re:publica XI

Vom 13. – 15. April 2011 fand in Berlin die re:publica statt. Die re:publica versteht sich als politische, kulturelle, vor allem aber als sehr junge Veranstaltung, die sich von einem familiären Bloggertreffen mit 800 Besuchern zu einem unverzichtbaren Event auch für Branchenprofis entwickelt hat und 2010 bereits beeindruckende 2700 Gäste begrüßen konnte.

Zusammen mit Mandy Raasch von CUCUZA – Online Marketing und Tim Bartel von der Wikia Inc. haben wir uns in den drei Tagen regelmäßig die Bäuche in der FDP Zentrale voll geschlagen 😉 und dazu noch viele Beiträge angeschaut.

Ich muss sagen – vieles war Durchschnitt und vieles war alles andere als Neu. Besonders schlecht in Erinnerung geblieben ist der Vortrag „Öffentlicher als öffentlich?“ von Miriam Feuls. Einfach einen Zettel monoton ablesen hat sehr wenig mit einer Konferenz oder mit Interaktion mit dem Publikum zu tun. Sicher: Nervös ist in so einer Situation jeder – aber man sollte so ehrlich zu sich selbst sein und erkennen das man kein Redner ist und andere Menschen damit verschonen.

Öffentlicher als öffentlich?

Es gab aber auch richtige Highlights und eines davon war der Vortrag von Sascha Lobo. Auch wenn Lobo von vielen verachtet und teilweise sogar gehasst wird (zumindest wenn ich meine Facebook Kommentare richtig deute), so ist er doch einer der wenigen wirklichen „Stars“ der „Internet-Szene“ in Deutschland. Klar ist natürlich auch das seine „bescheuerte“ Frisur dazu bei trägt. Aber so isses nun mal in der Medienlandschaft. Marylin Manson wird schließlich auch für jede Schießerei verantwortlich gemacht! 🙂

Wirklich Klasse war Gunther Dueck. Sein Vortrag „Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem“ war meiner Meinung nach der beste Vortrag in den drei Tagen. Wirft er doch einige sehr klare und wichtige Fragen auf die in Zukunft eine Rolle spielen werden. „Flach-Bildschirm-Hinterrückseiten-Beratung“ ist seit dem übrigens eines meiner Lieblingswörter. 🙂

Beindruckend war die Rede von Noha Atef. Einer muslimischen Ägypterin die sich stark im Web2.0 engagiert und sehr intensiv die Lage der Ägypter während der Revolution den Zuhörern nahe brachte. Übrigens ein sehr schönes Kontrastprogramm, eine deutsche studierte wie Miriam Feuls zu sehen und im direkten Vergleich dazu eine Frau „mit Kopftuch“ wie der Stammtisch sagen würde. Vorurteile wo wart ihr nochmals? Selten eine so junge Frau mit einer so großen Ausstrahlung auf einer Bühne gesehen. Den kompletten Vortrag findet ihr hier.

Revolting in the time of New Media Teil 1

Den Vortrag von Sascha PallenbergYoutube als Zukunft des Bloggings“ wollten wir uns auch nicht entgehen lassen. Saschas Vorträge gelten schließlich als besonders informativ und interessant. Wer sich für das Thema Monetarisierung von YouTube interessiert sollte sich seinen Vortrag nicht entgehen lassen, so gibt er wichtige Tipps und öffnet vielleicht auch den Leuten die sich mit diesem Thema noch nicht beschäftigt haben auch die Augen was auf YouTube alles möglich ist.

Insgesamt gesehen war die re:publica ein lustiges und informatives Erlebnis mitten in Berlin. Doch der Aufwand und die Kosten waren schon sehr hoch wenn man bedenkt das man alle Vorträge später – auch im Netz anschauen kann. Bzw. war es auch sehr Schade das die einzelnen Hallen und Räume viel zu klein gewählt waren um dem Ansturm der Besucher gerecht werden zu können. Nächstes Jahr soll und muss die re:publica ja woanders statt finden. Wahrscheinlich aber trotz allem ohne uns. Es gab einfach viel zu wenig Neues und manchmal hatte man den Eindruck auf einer „Best of“ des Internetzes 2010 zu sein.

Mind the Gap is proudly powered by WordPress | Theme by Olegario | Bug-Fixed and modified by seofem.
RSS-Feed | Kommentar-RSS-Feed. XHTML und CSS Valide.